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Galuth jehoschua maschiach


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Wir kommen nun zum zweiten Teil der Rede des Thrones, für den wir lieber Basis oder Grundlage sagen und in ihm jeden Ort sehen der uns zum Verweilen und Erholen einlädt indem wir der Worte gedenken: b´chol haMakom aschär askir äth Sch´mi awo eläjcho uwerachthicho, „in jedem Ort wo ich an meinen Namen erinnere gehe ich zu dir hinein und segne dich“. Kai exalejpsej pan Dakryon ek ton Ofthalmon auton kai ho Thanatos uk estai eti ute Penthos ute Kraugä ute Ponos uk estai eti, ta Prota apälthan, „und er wird jede Träne aus ihren Augen abwischen und der Tod wird nicht mehr sein und weder Trauer noch Lärm noch Pein werden mehr sein, (denn) das Erste verschwunden ist es“-- übergelaufen zum Feind. Das Wort vom Abwischen der Tränen ist schon einmal gefallen und zwar in der Rede des Alten, wo es sich an das erste der fünf Zitate vom Zelten anschließt: u pejnasusin eti ute dipsäsusin eti ude mä pesä autus ho Hälios ude pan Kauma hoti to Arnion to ana Meson tu Thronu poimainej autus kai hodägäsej autus epi Zoäs Pägas Hydaton kai exalejpsej ho Theos pan Dakryon ek ton Ofthalmon auton, „sie werden hinfort weder hungern noch dürsten und weder die Sonne noch irgendein Brand wird mehr auf sie fallen weil das Lamm das über die Mitte des Thrones (hinausgeht) sie weidet und ihnen den Weg zeigt zu den Quellen der Wasser des Lebens, und abwischen wird der Gott jede Träne aus ihren Augen“.

Wir lesen auch den Abschnitt aus dem Ssefär Jeschajahu noch einmal worin jene Worte vorkommen: wossah Jehowuah Z´wa´oth boHar hasäh l´chol ho´Amim Mischteh Sch´monim Mischtheh sch´morim Sch´monim m´Muchajm sch´morim m´sukokim – „und das Unglück der Heere wird in diesem Berg allen Völkern ein Gastmahl von Ölen bereiten, ein Gastmahl von Ölen die aufbewahrt wurden, aus dem Mark (links und rechts, diesseits und jenseits) aufbewahrt, destilliert“ – uwila boHar hasäh Pnej haLot halot Ol kol ho´Amim w´haMassechoh hanssuchoh al kol haGojm – „und zum Verschwinden bringt er in diesem Berg das Gesicht der Hülle die das Joch aller Gemeinschaften verhüllt und die über alle Völker gegossene Maske“ -- bila haMowäth lonäzach umochah Adonaj Jehowuah Dim´oh me´al kol Ponim w´Chärpath Amo jossir me´al kol ha´Oräz ki Jehowuah diber – „endgültig zum Verschwinden bringt er den Tod und meine Grundlage, Jehowuah, wird die Tränen abwischen von jedem Gesicht und die Schande seiner Gemeinschaft aus der ganzen Erde entfernen denn Jehowuah hat es versprochen“. Im zweiten Band meiner Werke habe ich ein Erlebnis in einem marokkanischen Dorf aus dem Jahr 1972 geschildert das mir die Augen für die Gruppendynamik geöffnet hat und damals zog ich das folgende Fazit: „Und nun ist ja das Ganze so strukturiert dass die eben beschriebene Spezies die nachher ganz besondere Clubs und Cliquen bildet, zum Beispiel Kirchen und andere Zirkel, also die ‚Aussenseiter’ von denen auch einer in Ras-Kebdanna zu sehn war (sein hungriger Blick hat ihn verraten) von den ‚Andern’ nur graduell, nur in den feinsten Übergängen verlaufend, getrennt ist, denn im ‚In-Sein’ kann sich keiner erschöpfen oder nur unvorstellbar Zerstörte, weil es in der Tat so gebaut ist dass jeder der drinnen sein will einen je verschieden großen Anteil seiner selbst aussen vor lassen muss, abstreichen muss für die sichtbare Fläche um überhaupt da hinein zu gelangen. So ist also jeder, nur graduell verschieden, ein Aussenseiter, weil jeder mit dem übriggebliebenen, nicht akzeptablen Anteil irgendwas anfangen muss. Komplizierend kommt noch hinzu, dass dieser ‚Teil’ ja nicht einfach abtrennbar ist und ohne Wirkungs-Ausübung und -Empfang weggehängt werden kann, denn er bleibt mit dem Entäusserten, mit dem was auf der Oberfläche, innert der Gruppe in Erscheinung tritt, so verwoben, dass sich beide durchdringen, ineinander verzahnt“.

Damit wollte ich sagen dass die Zugehörigkeit zu einer Gruppe oder Gemeinschaft den Ausschluss bestimmter Wesensanteile verlangt, denn wo kämen wir hin wenn sich die Mitglieder eines Aufsichtsrates ihre Träume und Intimitäten erzählten? In diese Richtung interpretiere ich „das Gesicht der Hülle die das Joch aller Gemeinschaften verhüllt“ (anstatt al, über, lese ich hier Ol, Joch, genauso geschrieben), und dieses Joch sehe ich in der gusseisernen Maske die sich jeder überstülpen muss um dazuzugehören. Die gleichzeitige Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen verlangt das Tragen verschiedener Masken und ein in sich zersplitterter Mensch ist die Folge weshalb es mancher vorzieht als Einsiedler zu leben. Aber weinen müssen sie beide, der eine weil er nicht als Ganzer der sein darf der er ist und der andere weil ihm das allgemeine Geschwätz zu blöde geworden und er sich nicht mehr unmittelbar auszutauschen vermag. Die Schande der Gemeinschaft des „Herrn“ besteht darin dass sie genauso funktioniert wie jede beliebige andere Gruppierung, aber auch in der Unfähigkeit derer die sich zu ihm hingezogen fühlen und einander trotzdem nicht erkennen. Weggenommen wird sie jedoch insgesamt von der Erde und das ist das Ende des Todes der unter ihren sozialen Masken an ihren Tränen erstickenden Menschen. Der Alte welcher den Jochanan über die Eigenart derer aufklärt die ihre Kleider im Blut des Lammes weiss gemacht haben, also nur ihr Äusseres gereinigt nicht aber ihr Inneres, zitiert Jeschajahu, spricht aber trotz seiner wunderbaren Worte nicht davon dass es den Tod nicht mehr geben wird obwohl er die Wasser des Lebens erwähnt. Und das hängt meines Erachtens damit zusammen dass sie vor dem Thron Gottes stehen und ihm Tag und Nacht dienen müssen was mit der Pein derer korrespondiert welche die Bestie und ihr künstlerisch womöglich durchaus wertvolles Abbild anbeten und keine Ruhe, keine Erholung finden weder bei Tag noch bei Nacht -- kai uk echusin Anapausin Hämeras kai Nyktos hoi Proskynuntes to Thärion kai tän Ejkona autu.

Die Aussage kai ho Thanatos uk estai eti, „und der Tod wird nicht mehr sein“, bedeutet noch mehr. Wenn die jüdische Überlieferung das Wort Schamajm, Himmel, schom Majm liest, „auch dort giebt es Wasser“, dann heisst dies dass es auch im Himmel die fließende Zeit giebt und damit Anfang und Ende, Geboren-Werden und Sterben. Wäre dem nicht so dann bliebe sich dort ein jeder unveränderlich sich selbst gleich und das eine Ewigkeit lang was sterbenslangweilig wäre. Wie aber lässt sich dieser Umstand vereinbaren mit der Aufhebung des Todes? Dazu fällt mir die schöne Anekdote aus dem alten China ein die ich einst las: Dschuang-Dse, ein Liebhaber des Dao, war eines Mittags eingeschlafen auf einer Wiese und hatte geträumt er sei ein Schmetterling, und als er erwachte fragte er sich: bin ich nun ein Schmetterling der träumt er sei Dschuang-Dse oder bin ich Dschuang-Dse der davon träumt dass er ein Schmetterling sei? Diese scheinbar nicht ganz ernst gemeinte Frage verrät etwas von der Offenheit der Wesen und Dinge füreinander, und tatsächlich sind sie ja alle aus einer einzigen Wurzel entsprungen und interagieren stets miteinander. Mit Thanatos, dem Tod, verschwindet Penthos, das Leid, und dieses Wort ist auch mit Kummer, Schmerz, Trauer und Klage zu übersetzen. Beklagenswert sind wir in dieser Welt weil wir solange wir darin leben an unsere Gestalt gefesselt sind und uns fragen müssen: warum bin ich der Mensch der ich bin und kein anderer? und warum ein Mensch und kein Kobold, keine Fee, kein Affe, kein Adler, keine Schlange, kein Fisch, keine Linde, kein Tausendschönchen, kein Stein und kein Stern? Die Alten kannten und liebten die Geschichten von den Metamorfosen, den Verwandlungen von Menschen in Tiere und von Tieren in Menschen und jedes Kind das sie hört ist davon fasziniert. Empedokläs hat gesagt dass er ein Stein, eine Pflanze und ein Tier gewesen sei bevor er Mensch wurde, im Hinduismus giebt es die Seelenwanderung durch die Daseinsreiche die erst später schlecht gemacht wurde, und die Fantasy-Spiele unserer Zeit bringen dieselbe Sehnsucht auf ihre Weise zum Ausdruck, die Sehnsucht alles zu sein und nicht nur ein Ausschnitt. Und ist nicht auch die Idee eines Wesens das alles in allem ist und das wir Gott, den Einzigen nennen dieser Sehnsucht entsprungen? Ihre Erfüllung ist uns verheissen und wenn wir ihr Glauben schenken wird der Übergang in dem wir uns befinden von dieser in die unbekannte Welt viel viel leichter als ohne Vertrauen und voller Vorfreude.


Die Rede des Thrones endet mit den Worten kai ho Thanatos uk estai eti ute Penthos ute Kraugä ute Ponos uk estai eti, ta Prota apälthan, „und der Tod wird nicht mehr sein und weder Trauer noch Lärm noch Pein werden mehr sein, verschwunden ist das Erste“ – und das Letzte ist da wie wir hinzufügen können wenn wir wollen, auch in dem verächtlichen Sinn in dem wir sagen „das ist ja das Letzte!“ Die Bedeutung von Penthos haben wir schon zur Genüge kennengelernt und auch von Kraugä, dem Lärm, hat jeder empfindsame Mensch der in den Zentren der Zivilisation war die Ohren bis zur Betäubung noch voll, nicht umsonst spricht man vom Höllenlärm den es in der unberührten Natur so nicht giebt. Die lautesten Geräusche sind dort der Donner, das Brausen der Meeereswogen im Sturmwind, das Rauschen der Wasserfälle und das Grollen der Vulkane vor und bei und nach ihrem Ausbruch, aber sie verletzen das Ohr nicht. Kraugä heisst Schreien, Geschrei, Lärm, Kriegsgeschrei, Wehruf und auch Gebell, Keifen, Kreischen, Kläffen und Krächzen. Was das Gebell der Hunde betrifft so bin sehr froh wenn ich es nicht mehr hören muss, noch bin ich davon aufs höchste genervt denn sie erkennen den Fremden in mir und führen sich wenn ich vorbeikomme fürchterlich auf, besonders die giftigen kleinen mit den schrillen sich überschlagenden Stimmen die sich nicht mehr einkriegen können und deren penetrantes Gekeife mir nachgeht bis ich ausser Hörweite bin. Wie überall giebt es Ausnahmen, aber unter den vielen hier ringsherum sind es nur zwei, einer am Ort der wegen seines hohen Alters zum Bellen zu faul ist und einer in Maly-Radkow der mich des öfteren sein Stück des Weges begleitet worüber ich mich jedesmal freue; beim erstenmal ging er mir so dicht bei Fuß dass ich dachte er hätte sich mich als seinen neuen Herrn auserkoren und versuchte ihn zu verscheuchen, wovon er sich jedoch nicht irritieren ließ und dann in Kundratice von selber umkehrte. Ponos ist Arbeit, Mühsal, Anstrengung, Not, Beschwerde, Kampf, Schmerz und Pein sowie der Ertrag oder der Lohn der Arbeit, des Erarbeiteten und des Erkämpften. Und wie beschämt werden alle dastehen die sich abgemüht haben und ihrem vermeintlich verdienten Lohn entgegensehen wenn der den früheren ablösende Gott jedem Dürstenden die Wasser des Lebens umsonst, kostenlos, gratis einschenkt.

Os thipokachnoh Ejnej Iwrim w´Osnej Cheroschim thipothachnoh – „einst werden die Augen der Verblendeten geöffnet und aufgetan die Ohren der Betäubten“ – os j´daleg ko´Ajol Pisseach w´tharon L´schon Ilem ki niwku waMidbar Majm uN´cholim bo´Arowah – „wie ein Hirsch wird der Gelähmte einst springen und die Zunge des Verstummten wird jubeln denn in der Wüste werden Wasser und Bäche in der Steppe durchbrechen“ – w´hajoh haSchoraw la´Agom w´Zima´on l´Mabu´ej Majm biN´weh Thanim riwzoh Chozir l´Kanäh waGomä – „und zu einem See wird die Hitze und das Dürstende zu Quellen der Wasser, in der Aue der Schakale wird sich das Grünfutter bis zum Schilfrohr und (zur) Papyrusstaude verbreiten“ – w´hajoh schom Masslul woDäräch w´Däräch haKodäsch jikore loh lo ja´awränu Tome w´hu lamo holech Däräch wä´Äwilim lo jith´u – „und eine Straße wird dort sein und ein Weg und den Weg des Heiligen wird man ihn nennen, kein Schmutziger kann ihn passieren, und er selbst geht ihnen zuliebe den Weg, und (selbst) Narren können sich nicht verirren“ – lo jih´jäh schom Arjeh ufriz Chajoth bal ja´alänoh lo thimoze schom w´holchu G´olim – „kein Löwe wird dort sein und kein Raubtier wird ihn besteigen, nicht ist es dort zu finden und die Erlösten werden ihn gehen“ – uF´du´ej Jehowuah j´schuwun uwo´u Zijon b´Rinoh w´Ssimchath olam al Roscham Ssasson w´Ssimchoh jassigu w´nossu Jagon wa´Anochah – „und die von Jehowuah Befreiten werden heimkehren und im Jubel in Zijon ankommen und ewige Freude wird auf ihrem Haupt sein, in Frohsinn und Freude werden sie es erreichen und Kummer und Seufzen werden entfliehen“.

So heisst es im Sssefär Jeschajahu, und ob man es mir glaubt oder nicht war es doch so dass kurz nachdem ich von der Anstrengung schrieb die mir das Bearbeiten des Laptop bereitet sie von mir abfiel und die verloren gegangene Freude wieder zu mir kam weil ich erneut spüren durfte dass ich in meiner Mühsal vom Wasser des Lebens erfrischt bin und dass es der Weg zum Baum des Lebens ist den ich gehe und dass diesen Weg schon die Strahlen des Zieles erhellen. Erinnern wir uns an das vom Löwen Gesagte, wie sein Gebrüll mit dem Zorn des Gottes gleichgesetzt wurde, so sehen wir nun dass er in dieser bedrohlichen Gestalt nicht mehr da ist. In der Wendung ufriz Chajoth bal ja´alänoh, „und kein Raubtier wird ihn besteigen“, bedeutet Poriz (80-200-10-90) Gewaltmensch und Räuber, jemanden der einen auf dem Weg aus dem Hinterhalt überfällt und ausraubt oder gar tötet sodass man nicht mehr imstande ist weiterzugehen; und wir erinnern uns an die Worte: „Wenn aber einer spornte sich selbst und traurig redend unterweges da ich wehrlos wäre mich überfiele dass ich staunt und von dem Gotte das Bild nachahmen möchte ein Knecht…“ Der sich da anspornt und Trauriges redend als Räuber auftritt und der andere, der Überfallene dem das Kostbarste geraubt wird, die Freiheit der Bildlosigkeit, der Blick durch alle Bilder hindurch. sie sind beide in demselben Menschen zuhause und ihr Kampf ist ein innerer. Nach einem Gedankenstrich fügt Hölderlin dem Gesagten hinzu: „Im Zorne sichtbar sah ich einmal des Himmels Herrn, nicht dass ich sein sollte etwas sondern zu lernen“. Wenn wir unsere Lektion gelernt haben und von ihr bewegt worden sind, dann ist kein Poriz oder Friz auf dem Weg mehr zu finden, auf dem Weg wo die Blinden zu Sehenden und die Lahmen zu Tanzenden werden und selbst die Narren ausserstande sind sich zu verirren.

Ich darf hier noch sagen dass ich in einer der letzten Septembernächte einen Traum geträumt habe der mich tief berührte: ich war der Empedokläs von Hölderlin den ich in Wirklichkeit vor etwa zehn Jahren mit großem Anklang auf der Bühne verkörpert habe und hatte meinen Text vergessen weshalb ich mich in einen Nebenraum zurückzog in dem ich eben noch zwei wundervolle Verse von Hölderlin gelesen die ich noch nie gehört hatte und die ich vortragen wollte. Der Zettel auf denen sie standen war immer noch da aber ich konnte die Schrift nicht mehr lesen und wusste dass das Publikum draussen auf meinen Auftritt wartete und ungeduldig zu werden begann. In einem anderen aber in der Grundsituation vergleichbaren Traum von vor vielen Jahren war ich in diesem Moment mit einem peinlichen Gefühl aufgewacht, diesmal jedoch kam ein kleiner Knabe zu mir und forderte mich scheu dazu auf mein Kabinett zu verlassen und mich den Leuten zu stellen, womit er mich aber noch nicht überzeugte. Danach kam ein nur wenig größerer Knabe der der Bruder des ersten sein mochte und nahm mich bei der Hand sodass ich mich von ihm mitziehen ließ, und zu dritt gingen wir hinaus wobei klar war dass ich kein einziges Wort herausbringen würde. Das Gefühl der peinlichen Verlegenheit wich jedoch der Gewissheit dass ich ohne etwas sagen zu können einen tieferen Eindruck hinterlassen würde als wenn ich die großartigsten Reden gehalten hätte. Dieser Traum war mir eine tröstliche Aussicht auf die Zeit nach meinem Schreiben die mich bis dahin doch etwas beunruhigt hatte und nun sehe ich ein: es giebt eine Sprache jenseits der Sprache, das Unsagbare ist der Sinn des Sagbaren so wie der Sinn alles Sichtbaren das Unsichtbare und der alles Hörbaren das Unhörbare ist.



Die Rede des auf dem Thron Sitzenden
Kai ejpen ho Kathämenos epi to Throno: idu kaina poio panta – „und der auf dem Thron Sitzende sagte: siehe, neu mache ich alles“ – kai legej: grapson hoti hutoi hoi Logoi pistoi kai aläthinoi ejsin – „und er sagt: schreibe dass diese Worte (diese Dinge) die zuverlässigen und wahrhaftigen sind“ – kai ejpen moi: gegonan, ego to Alfa kai to O, hä Archä kai ho Telos – „und er sagte zu mir: es ist geschehen, ich bin das Aläf und das Thaw (Ich bin Du), der Anfang und das Ende (der Ursprung und das Ziel)“ – ego to Dipsonti doso ek täs Pägäs tu Hydatos täs Zoäs dorean – „ich selbst gebe dem Dürstenden aus der Quelle der Wasser des Lebens umsonst“ – ho Nikon kläronomäsej tauta kai esomai auto Theos kai autos estai moi Hyios – „der Sieger wird dieses erben und ich werde ihm Gott sein und er wird mir Sohn sein“ – tois de Dejlois kai Apistois kai Ebdelygmenois kai Foneusin kai Pornois kai Farmakois kai Ejdololatrais kai pasin tois Pseudesin to Meros auton en tä Limnä tä kaiomenä Pyri kai Thejo ho estin ho Thanatos ho deuteros – „den Mutlosen aber und den Unzuverlässigen und denen die Greuel verüben und morden und buhlen und zaubern und Götzen anbeten und allen die lügen ist ihr Anteil im See brennend von Feuer und Schwefel, das ist der zweite Tod.“
Im Anschluss an das was ich im Zusammenhang mit der Aufhebung des Todes von Gott gesagt habe als dem das Ganze und alle Wesen und Dinge umfassenden Wesen und Ding ergiebt sich die Konsequenz: sollte der alles umfassende und alles durchdringende Gott jemals den Wunsch verspürt haben zu erleben wie es ist eines der vielen Wesen oder Dinge zu sein dann müsste er vergessen dass er dieser Gott ist und in jenem Ding oder Wesen geboren werden und sterben. Bliebe er gleichzeitig Gott und das vereinzelte Ding dann hätte er nicht dieselbe Erfahrung wie dieses gemacht da dessen Schicksal die Vereinzelung ist -- und in diesem Sinn könnten wir die Aussage „ich bin das Alfa und das O, der Anfang und das Ende“ interpretieren. Im Anfang war alles Gott und am Ende ist er wieder alles aber dazwischen ist er in der unzählbaren Vielheit aller Dinge und Wesen zersplittert die sich nach ihm sehnen und ihre verlorene Einigung suchen. Die Schöpfung wäre demnach das Ergebnis des Wunsches des all-einigen Gottes dem seine Gottheit einerlei wurde nach Vielheit, nach Zeitlichkeit, nach Werden und Vergehen, und der mit dem Namen Jehowuah realisiert dies vorbehaltlos indem er sich selber aufgiebt und verliert und vergisst in der Hoffnung dass wir uns seiner erinnern. Idu erchetai meta ton Nefelon kai opsetai auton pas Ofthalmos kai hoitines auton exekentäsan kai kopsontai ep auton pasai hai Fylai täs Gäs, nai Amän – „siehe er kommt mit den Wolken und wahrnehmen kann ihn jedes Auge und die ihn durchbohren, und es trauern (wehklagen) über ihn die Stämme der Erde, ja gewiss“ – ego ejmi to Alfa kai to O, legej Kyrios ho Theos, ho On kai ho Än kai ho Erchomenos, ho Pantokrator – „ich bin das Alfa und das Omega (das Aläf und das Thaw, ich bin du), spricht Jehowuah Älohim (das Unglück der Götter) der da ist und der da war und der da kommt, der Alles Durchdringende“ – so heisst es im ersten Kapitel der Apokalypsis. Übersetzen wir exekentäsan, sie durchbohren, ins Hebräische mit chalelu dann bedeutet der betreffende Satzteil auch dies: „und die ihn entweihten, die ihn in weltlichen Gebrauch nahmen, die ihn profanierten werden ihn sehen“. Das trifft zu auf uns alle weil wir uns entschlossen weltliche, diesseitige Wesen zu werden um seinen Wunsch zu erfüllen, und unauflösbar damit verbunden ist unsere Trauer um ihn den Verlorenen. Um sie zu lindern versichert er uns wiederholt: Ego ejmi to Alfa kai to O, Anochi ho´Aläf uThaw, Anochi Ath, Ich bin Du“.

Im zweiten Kapitel sagt der Menschensohn zu Jochanan: mä fobu, ego ejmi ho Protos kai ho Es´chatos kai ho Zon kai egenomen nekros kai idu zon ejmi ejs tus Ajonas ton Ajonon, „fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte und ich war tot und siehe lebendig bin ich in die Welten der Welten“. Damit spricht er seine Einheit mit Jehowuah Älohim aus denn der Erste und der Letzte zu sein ist dasselbe wie der Anfang und das Ende zu sein. Lebendig war er im Anfang und lebendig wird er wieder am Ende, am Ziel der langen Reise durch die dazwischenliegende Welt der Todeserfahrung, in der wir die Möglichkeit haben ihn in allen Wesen und auch in uns selbst zu endecken. Diese Welt ist gekennzeichnet durch die Trennung der Wesen und der Dinge voneinander aber auch durch die Scheidung von Jehowuah und Älohim denn diese zwei Seiten finden wir in uns vor: die rückwärts gewandte welche die Alleinherrschaft und Allmacht anstrebt für welche die Anderen nur Untergebene sind, Instrumente für die Erreichung beschränkter und eigensüchtiger Zwecke, und die nach vorn gerichtete, zum Ziel hineilende das in der Ebenbürtigkeit aller besteht. Zu ihren ursprünglichen Wohnsitzen sind dann der Erste und auch der Letzte zurückgekehrt aber alles hat sich von Grund auf verändert -- kai ejpen ho Kathämenos epi to Throno: idu kaina poio panta, „und der auf dem Thron Sitzende sagt: siehe, neu mache ich alles“. Wer etwas neu machen will das heisst so wie es zuvor noch nie war, der muss sich selber verändern und kann nicht der gleiche bleiben der er gewesen, denn seine Handlung ist nicht von ihm trennbar. Und wer in dem „Thronenden“ der jetzt zu uns spricht denselben sehen will den er schon immer in ihm gesehen hat der bleibt in sich selber gefangen und verwirft die Chance zur Befreiung.


Bei Jeschajahu lasen wir: ki hin´ni bora Schomajm chadoschim wa´Oräz chadoschah w´lo thisocharnoh haRischonith w´lo tha´aläjnoh al Lew, „seht mich wie ich neue Himmel und eine neue Erde erschaffe und des Früheren wird nicht gedacht und aufsteigen wird es nicht

übers Herz“. Diese Stelle ist in der Septuaginta so übersetzt: estai gar ho Uranos kainos kai hä Gä kainä kai u mä mnästhosin ton Proteron ud u anabäsetai auton epi tän Kardian, „denn es wird ein neuer Himmel und eine neue Erde sein und an das Frühere wird man sich nicht mehr erinnern und aufsteigen lassen wird man es nicht übers Herz“. Für Bora (2-200-1) giebt es im Griechischen sowie auch in allen mir bekannten anderen Sprachen kein Äquivalent da es Erschaffen bedeutet, aber niemals von Menschen sondern nur von Gott gesagt wird. Ich wiederhole dass Bora als Zusammenziehung von Bor (2-200) und Ro, der Wurzel von Ro´ah (200-1-5), gesehen werden kann und somit die Läuterung der Wahrnehmung im Sinn von Scho´ah (300-70-5) bedeutet, genau Hinschauen und -Hören, Aufmerksam-Werden und -Sein, nicht mehr als Götter- sondern als „Menschensöhne“, als Mitfühlende und nicht mehr als Herren. Dass wir des Früheren nicht mehr gedenken, uns nicht mehr daran erinnern wie es war als wir uns verfehlten und die Tier- oder Menschenopfer fordernden Götzen verehrten, glaube ich nicht denn dann wäre die Erlösung nicht wirklich erreicht und wir müssten das alte Elend repetieren. Jochanan ist offenbar derselben Meinung wie ich da er das Wort vom Vergessen des Früheren nicht aufgreift. Und der Autor der letzten Kapitels des Ssefär Jeschajahu stellt uns vor einen Widerspruch der mit dem Schwarz-Weiss-Schema nicht auflösbar ist. Zuerst heist es: jawo chol Bossar, „ankommen (hineingehen) wird alles Fleisch“, und dann: w´joz´u w´ra´u b´Figrej ho´Anoschim haposch´im bi ki Tholathom lo thomuth w´Aschom lo thichbäh w´haju Dera´on l´chol Bossar, „und sie werden hinausgehen und in die Leichen (in die Figuren, in die zu spät Kommenden) der Verzweifelten blicken die sich in mir vergingen denn ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer wird nicht verlöschen und sie werden der Abscheu für alles Fleisch sein“. Der Anblick der „zu spät Kommenden“, die an die fünf törichten Jungfrauen im Gleichnis Jesu erinnern welche die Hochzeit versäumen, wird uns in alle Ewigkeit an unsere Verfehlung gemahnen damit wir nicht gezwungen sind sie immer und immer zu wiederholen. Und dies ist die Voraussetzung dafür dass uns „das Erste“ nicht mehr überwältigen kann, die letzte der Schöpfungen die nach dem alten Muster konzipiert worden ist, in der Trennung der Kreaturen von ihrem Kreator der sich als Gott von ihnen absetzt und in der einseitigen Vernichtung die sich aber als nur scheinbar erweist.



Poio oder Poieo bedeutet Machen, Tun, Schaffen, Hervorbringen, Herstellen, Erzeugen, Bauen, Errichten, Formen und Bilden, Vollführen, Ausführen, Anstiften, Bereiten, Einflößen, Zufügen, Gewähren, Geben, Erweisen, Verursachen, Bewirken, Veranlassen, Herbeiführen, Erwählen, Erklären, Bestellen, Anordnen, Handeln, Darstellen, Erdichten, Erfinden, Ersinnen, den Fall Setzen, Annehmen, Eingeben. Poiäma und Poiäsis ist Machwerk, Gebilde, Erzeugnis, Werk, Arbeit, Tun, Handeln, Tätigkeit, Tat, Dichtung, Gedicht, Schöpfung und Poesie, und Poiätäs ist der Schöpfer, Erzeuger, Urheber, Erfinder, Täter und Dichter, unser Poet. Im Hebräischen giebt es dafür drei verschiedene Wörter, Ossah (70-300-5), mit denselben Zeichen wie Scho´ah (300-70-5) geschrieben, ist Machen, Tun, Handeln, Bewirken, Jozar (10-90-200) Formen, Gestalten und Bilden und Bora Erschaffen. Von diesen drei sind die Namen der drei unteren Welten der Kabalah genommen, Olam ha´Ossiah, die Welt des Tuns, Olam ha´Jezirah, die Welt der Gestaltung, und Olam ha´Briah, die Welt der Erschaffung -- die vierte heisst wenn ich mich richtig erinnere Olam Aziluth, die Welt an den Seiten oder den Rändern des Unendlichen, des Ajn-Ssof, das die vier überragt und durchdringt. Indem Johannes den „auf dem Thron Sitzenden“ sagen lässt kaina poio panta, „neu mache ich alles“, hebt er -- vielleicht weil sich ihm kein passenderes Wort anbot, doch hätte er auch Ktizo, Gründen, Erschaffen verwenden können -- die unterste der vier Welten hervor, die der Kausalität in der nichts geschieht ohne Täter und keine Wirkung ohne Ursache eintritt. Damit bekommt unser Handeln zu dem immer das Unterlassen gehört eine zentrale Bedeutung was mit der Botschaft übereinstimmt dass wir gerichtet werden unseren Taten entsprechend, gemäß unseren Werken und unseren Wirkungen -- beziehungsweise dass wir uns selbst mit ihnen und durch sie verurteilen oder freisprechen. Und weil zum Bedeutungsspektrum des griechischen Wortes Poio auch das Erdichten, Ersinnen, Erfinden gehört welches unmöglich wäre ohne Anschluss an das Ajn-Ssof, das Endlose aus dem alles Mögliche und Unmögliche kommt, ist ein Tun das der Poesie entbehrt seelen- und wertlos.
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