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Galuth jehoschua maschiach


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Am Abend des Tages nach dem Donnerschlag rief G. seine Tochter an und sagte auf ihr Antwort-Gerät ein paar Worte, sie sollte ihm eine Postkarte schreiben wenn sie wollte, was sie auch tat. Fünf Jahre haben sich die beiden nicht mehr gesehen, und morgen, am vierten Advent will sie, die inzwischen verheiratet ist und einen Sohn hat, mit ihrem Mann und dem Enkel des G. den dieser noch nicht kennt zu ihm kommen. Wie es war so war es, wie es ist so ist es und wie es sein wird so wird es sein. Aber die Ergebung in den Willen Gottes ist keine rein passive Sache; denn der gesagt hat „siehe das Alte, vergangen ist es, und ich will alles erneuern“ kann dies nicht tun wenn wir uns ihm nicht anschließen. Er allein oder Sie allein kann nichts tun und du allein kannst nichts tun, doch in der Kooperation mit der inneren Heilerin, mit dem inneren Heiler gelingt es. Und dem G. dämmerte es dass er den Kontakt zu den Menschen verlieren musste, um zu dem von diesen verstoßenen Gott vorzustoßen oder gestoßen zu werden, zu dem Gott der kein Gott nach unserer Vorstellung ist, aber als einziger das Rätsel des Unglücks zu lösen vermag – und uns von da aus ermöglicht den Menschen neu und anders als jemals zuvor zu begegnen.


Letzte Hand angelegt am 21. Dezember 2011
Drittes Nachwort
Die gerade gelesene Schlussbemerkung war voreilig und daher falsch, denn es war nicht die letzte sondern die vorletzte Hand die G. bei der Wintersonnwende des vergangenen Jahres an sein Werk angelegt hat; und das kam so: In der Zeit des Wartens auf seine Abholung von Tschessko nach Baworsko hatte er in einem Zimmer der Wohnung einen alten Radio-Apparat entdeckt und um sich die Zeit gelegentlich zu vertreiben in das zweite Programm des Bayerischen Rundfunks gehört der bis nach Hartmanice ausstrahlte. Eines Abends las der Nobelpreisträger Günter Grass aus seinem Roman „Die Blechtrommel“ einen Abschnitt vor der von einer Frau mit drei Brüsten handelte und so geschmacklos war dass es dem G. übel wurde und er sich sagte: was dieser Blödmann kann müsste ich erst recht fertigbringen; und in Gedanken spielte er mit dem Plan ein Hörbuch aus seiner Ausführung zur Apokalypsis zu machen, den er nach seiner Rückkehr von seiner großen Reise aufgriff. Sein Schwiegersohn verhalf ihm zu einem kostenlos aus dem Internet herunterladbaren Programm zur Herstellung von Tondokumenten und beriet ihn bei der Anschaffung eines dazu nötigen so genannten Head-Sets. Im Januar 2012 machte er sich daran dieses Instrumentarium zu bedienen wobei er sich ziemlich verloren vorkam weil er viel lieber lebendig anwesenden Menschen etwas mitgeteilt hätte davon; doch nach einiger Übung gewann er Freude am Schall der ewig lebendigen Texte die erklingen wollen und nicht nur stumm gelesen. Im Sommer desselben Jahres hörte er im Radio den Nobelpreisträger Hermann Hesse eines seiner Gedichte sprechen und dessen Alters-Pathos berührte ihn nicht nur wegen des Tonfalls sondern auch wegen des Inhalts unangenehm; ziemlich gleichzeitig hatte sein Laptop den Geist aufgegeben und weil er vergessen hatte das erwähnte Programm zu kopieren war es verschwunden sodass er die Prozedur die er inzwischen satt hatte einstellen konnte, auch weil er erkannte dass eine gehörige Portion Eitelkeit im Spiel war.

Das Ganze hat aber auch in der Hinsicht sein Gutes als er seine Texte ausdrucken ließ und beim Lesen eine Menge Tippfehler entdeckte die er vor dem Bildschirm übersehen hatte weil ihm die richtige Schreibung vor Augen stand; und durch das Sprechen oder wenigstens Murmeln der Sätze das sogar lautlos sein kann wenn sich nur Zunge und Lippen bewegen kamen ihm einige Stellen unsinnig oder überflüssig vor die er strich; und an manchen kamen ihm neue Gedanken oder Klarstellungen die er hinzufügte, was dem Ganzen einen nun wirklich letzten Schliff gibt auch wenn noch irgendwo Rauhes besteht (das Schluss-Ha von Rauh das von der Rechtschreibreform verbannt worden ist lässt er sich nicht nehmen). Und anlässlich der Gelegenheit noch einmal zu Wort zu kommen holt er nun ein Versäumnis nach das ihm erst zu Bewusstsein kam als er das Wort Blasfemie in der Zeitung las, das war im Kontext des Prozesses von Moskau gegen drei junge Frauen die in einer Kathedrale die Gottesmutter und Jungfrau Maria darum gebeten hatten Russland von Putin zu erlösen und wegen „religiösen Hasses“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt wurden. Weil ihm sein Menge erhalten blieb zitiert er ihn hier: das Wort Blasfämia besteht aus zwei Teilen, der zweite kommt von Fämi, Reden, Sprechen und Sagen, der erste von Blapto, Aufhalten, Hemmen, Hindern, Lähmen und Schwächen oder Ausschalten, etwas oder jemanden ins Wanken, zu Fall Bringen, Schädigen, Verletzen, Schaden, Schaden Zufügen, Abbruch Tun, Beeinträchtigen, Täuschen, Verwirren, Betäuben, Verblenden, Betören und im Passiv: Gehemmt- oder Aufgehalten-Werden, Übertönt-Werden, an etwas oder jemandem Hängenbleiben oder Straucheln, Wanken, Erlahmen, Ermatten, Beschädigt-Werden, Schaden Erleiden.

Im Sinne der „Gotteslästerung“ wurde das Wort nur von den Christen gebraucht, im ursprünglichen Sinn ist es eine Verfluchung, das Herbeireden eines Schadens, der uns daran hindern soll unseren Weg weiterzugehen; und niemand anderer als Älohim kann es sein der uns diese verwirrenden und täuschenden Dinge ins Ohr setzt oder unseren Stirnen einritzt, all das was uns lähmt und uns die Kraft raubt unseren Weg frohgemut bis zum endlichen Ende zu gehen und darüber hinaus; seinem Einfluss unterliegen wir nur dadurch dass wir uns mit ihm identifizieren, sobald wir dies unterlassen geschieht so viel Neues dass es reicht die Worfschaufel zu schwingen. Ausschließen will G. die Möglichkeit wenn sie sich bietet nicht unbedingt doch noch in ein Head-Set zu sprechen, aber nur den Text des Jochanan und die Hymne des Holder; die Gefahr besteht darin dass sich ein Ego vorschiebt und das Bild dieses Ego das sich das Publikum macht die Botschaft verdunkelt. Wir glauben ein Bild des Jesus zu haben weil er so oft gemalt und dargestellt wurde, und doch ist es falsch denn er war nicht so auffällig und alle überragend dass er nicht hätte verwechselt werden können wie das Erkennungszeichen des Kusses des Judas beweist. Und er selbst hat gesagt dass wir den Menschen-Sohn und die Menschen-Tochter zu sehen haben in allen.
19. 8. 2012
Postscriptum: Nun bleibt mir noch, einen Fehler zu korrigieren der mir unterlief da ich schrieb: „im Übrigen bin ich nun doch der Meinung dass Johannes auf Patmos ein Exemplar des Thanach bei sich gehabt und darin sehr gründlich gelesen hat, Zeit genug zum Nachdenken hatte er ja in der Einsamkeit seiner Verbannung.“ Ein solches Exemplar gab es seinerzeit nicht, die Experten waren ja gerade erst dabei den Kanon der zugelassenen Schriften zu erstellen, von denen die sogenannten Apokryfen abgetrennt wurden; aber einige Schriftrollen wird Jochanan doch mitgenommen haben, oder sie wurden ihm zugespielt von einem befreundeten Schiffer; anderenfalls wäre sein Gedächtnis für unsere Verhältnisse unvorstellbar umfangreich gewesen, was auszuschließen nicht ist, da bezeugt wird dass fahrende Sänger die gesamte Ilias aus dem Gedächtnis vortrugen; der letzte Mensch dieser Art war Wolfram von Eschenbach der weder lesen noch schreiben konnte und die verschlungenen Wege des Parsival in Erinnerung hatte wenn er sie sang und andere Leute sie niederschrieben.

19.9.2012







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